Reiten mit Antje Bandholz
nach den Lehren der Légèreté
Guérinière
I. Das Ablassen vom Einsatz der Hilfen
II. Die Trennung der Hilfen
III. Die Dosierung der Hilfen
IV. Die Optimierung der Hilfen
V. Die Nachgiebigkeit des Unterkiefers
VI. Bauchers Ausbildungskonzept
II. Die Trennung der Hilfen

Beine ohne Hände

 

Wenn Sie hingegen systematisch Ihre Finger öffnen, wenn während Sie die mit den Schenkeln einen Impuls geben, wird sich Ihr Pferd frei fühlen und Ihr Pferd wird geneigter sein zu gehorchen. Dies vermeidet einen der Haupthinderungsgründe des Antriebs. Das bedeutet nicht, dass Sie das Pferd auf die Vorhand fallen lassen, denn sobald es gestartet ist, ist es Ihnen erlaubt -wenn nötig-seine Geschwindigkeit mit der Hand zu kontrollieren. Das meint einfach nur, dass Sie nicht zwei Pedale gleichzeitig drücken, sobald sie gestartet sind: Gas und Bremse.

 

Es ist besser seine Finger zu öffnen, als seine Hand nach vorn zu bewegen. Sie lassen den Zügel nach, indem Sie die Finger öffnen, in dem Gedanken, dass Sie die Zügel in der Hand behalten, so dass Sie wenn nötig  greifen können, um die Bewegung zu kontrollieren. Das Pferd sollte nicht daran gehindert werden, das Genick zu dehnen, wenn es mit der Bewegung beginnt. Wenn es spürt, dass Sie es begrenzen wollen, wird es nicht frei gehen. Pferde sind sehr sensible Tiere. Sie spüren, ob Ihre Finger sie „erlaubend“ sind, oder nicht.

 

Die meisten Reiter bauen ihre Balance über den Zügel auf; nicht in Ermangelung eines guten Sitzes, sondern auch aufgrund einer unbewussten Angst. Wenn Sie sich damit zufrieden geben, die Hand nach vorn zu geben wenn das Pferd nachgibt, weil Sie ungern den Kontakt zum Zügel verlieren, unterliegen Sie einem Irrtum. Denn das Pferd spürt dies. Also öffnen Sie bitte  die Finger. Fragen Sie zu beginnen einen Freund, dies zu überprüfen. Denn alte Reflexe (die Zügel anzunehmen, wenn man die Beine benutzt) sind störrisch.

Übungen

 

1.       Im Stehen: Lassen Sie Ihre Zügel komplett fallen (fassen Sie sie nicht einmal an). Erbitten Sie mit Ihren Beinen in den Schritt zu gehen. Greifen und justieren Sie die Zügel sobald Sie losgegangen sind. Sie können die Zügel ruhig schnell aufnehmen, aber eben erst, nachdem Sie losgegangen sind.

 

2.       Im Schritt: Lassen Sie Ihre Zügel komplett fallen (fassen Sie sie nicht einmal an). Erbitten Sie mit Ihren Beinen einen Trab. Greifen und justieren Sie die Zügel sobald Sie traben, aber nicht früher.

 

 

3.     (Wenn Sie mutig genug sind J . In Wirklichkeit ist es sehr einfach, aber eindrucksvoll.) Im Stehen: Lassen Sie Ihre Zügel komplett fallen (fassen Sie sie nicht einmal an). Erbitten Sie mit Ihren Beinen einen Galopp. Greifen und justieren Sie die Zügel sobald Sie galoppieren, aber nicht vorher. (A.d.Ü.: Zur Nutzung der Beine für die Übung sehen Sie bitte ggf.  in Racinets: "Feines Reiten in der französischen Tradition der Légèreté" nach).  

 

Diese Übungen dienen dazu, die Gewohnheit los zu werden, die Zügel anzunehmen, wenn man gleichzeitig die Beine benutzt.

Als Regel muss der Reiter lernen, geschickt mit seinen Fingern umzugehen, die Zügel leicht gleiten lassen und sie im Nu wieder zu justieren (siehe Teil Zwei; Sektion II, Hände). Eine ständige, diskrete, aber effektive Nachjustierung der Zügel ist ein „Muss“ damit das Pferd sich nicht eingesperrt fühlt, es aber dennoch kontrolliert werden kann.

Hände ohne Beine

 

Alle Reiter haben gelernt, ihr Pferd zu verlangsamen, indem Sitz und Beine der Hand entgegenstehen, um das Pferd „engagiert“ zu halten. Das kommt aus einer Zeit, als die Pferde zwischen den Pilaren ausgebildet wurden. Da sie sich nicht vorwärts bewegen konnten, lernten sie sehr schnell sich auf die leiseste Hilfe zu „setzten“. Auf diese Weise hatten die Beine des Reiters einen belebenden Effekt, wenn Sie entgegengesetzt zu den überprüfenden Aktionen der Hand eingesetzt wurden.. Im Gegensatz dazu durfte der Reiter die Sporen einsetzten, wenn er wirklich vorwärts reiten wollte, da die Reiterbeine an sich vom Pferd ja als etwas Negatives, Verlangsamendes erachtet wurden.

Aber heutzutage, mit unseren Pferden, wird eine zusätzliche Beinhilfe zu jeder überprüfenden Aktion der Hand unnötigerweise die Aufgabe erschweren. Und noch einmal: „Geh,-geht nicht.“ Oder in diesem Fall: „ geht nicht—geh.“: Um das Pferd allein durch die Hand zu verlangsamen, oder zu stoppen, müssen Sie einige spezifische Abläufe lernen (siehe Racinets: "Feines Reiten in der französischen Tradition der Légèreté").

 

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